Leatherface, 22.04.10, Garage Kleiner Klub, SB
by Tommy on Apr.22, 2010, under Konzert-Reviews
Dabei: Marcel, Tommy
Bands: Stickboy, Leatherface
Irgendwie kam es im Tropf Productions Lager in letzter Zeit wieder verstärkt zum Wiederentdecken der guten alten Punkrockhelden gekommen, weniger den immer genialen Legenden wie Ramones, Social Distortion oder The Clash, mehr die guten alten Underdogs ala Buzzcocks, Sham 69, Anti Nowhere League, Forgotten Rebels, UK Subs, The Business, GBH, Stiff Little Fingers, Blitz, Vibrators, Leatherface, Adicts, Cockney Rejects, Iggy Pop und TSOL, um nur die wichtigsten zu nennen(und auch ein bisschen, um anzugeben)! Entsprechend groß war die Freude, dass Leatherface auf ihrer Stormy Petrel Tour einen Zwischenstopp in Saarbrücken einlegen würden! Und dann auch noch im Kleinen Klub, mit anderen Worten, nicht teurer als 10 Euro plus minus ein bisschen, also nichts wie hin! Als wir ankamen, war der Betrieb noch sehr, sehr bescheiden, was sich auch nur dezent veränderte, als die Vorband, namentlich Stickboy, loslegte, allem Anschein nach eine Lokalband fortgeschrittenen Alters, aber wirklich nicht schlecht! Der Gitarrist, stilsicher im Melvins Shirt, beherrschte eine coole Art zu spielen, irgendwie dröhnend und schleppen, dabei aber immer druckvoll, hatte was! Das Ganze erinnerte von der Atmosphäre her stark an die Band Flyswatter, die 2006 im selben Raum als Vorband der Bouncing Souls agierten. Die Vocals teilten sich Gitarrist und Bassistin, das Ganze war auf angenehme Art schleppend, im allerweitesten Sinn wie Crowbar, nur eben in Punkform! Kann man sich definitiv mal angehört haben, hat Spaß gemacht! Inzwischen haben dann doch einige Fans den Weg in den Kleinen Klub gefunden und es war angenehm gefüllt! Völlig zurecht, denn immerhin sollten gleich die BEKIFFTEN Punks von Leatherface auftreten! Und das taten sie! Fröhliche alte Männer, vermengt mit ein paar nicht ganz so alten neueren Mitgliedern! Frankie Stubbs sah aus wie Sir Alec Guinness mit langem Bart, und seine Stimme klang exakt wie auf den Alben, rauchig, zufrieden, beruhigend, kurz gesagt, angenehm bekifft, so wie sich das gehört! Die Songauswahl war auch sehr schön, dominierte das neue Album zwar die Setlist, aber die guten Klassiker ala I Want The Moon” oder “Hoodlum” wurden auch gespielt, ebenso wie ein geniales Cover von “You Are My Sunshine”, die bekiffteste Version dieses Songs EVER! Die Setlist konnte ich ergattern, allerdings vertraue ich ihr nicht, kommt mir zum einen die Reihenfolge spanisch vor, finde ich doch zweitens nirgends besagtes Cover, und drittens könnte ich mich nicht erinnern, den Song “Disgrace” gehört zu haben! Doch ich könnte falsch liegen, also hier ist so oder so die umstrittene Setlist:
- Isn’t Life Just Sweet?
- Springtime
- Watching You Sleep
- Never Say Goodbye
- Diego Garcia
- Little White God
- Peasant
- Hoodlum
- Sour Grapes
- Nutcase
- My Worlds End
- I Want The Moon
- Broken
- Disgrace(?)
- You Are My Sunshine(von mir eingefügt)
- Andy
. Pale Moon Light
- Dead Industrial
Sonst gibts auch schon nicht mehr viel zu sagen! Das Publikum war dabei, die Stimmung war gut, das Set war geil, Hoodlum wurde gespielt, sie wirkten und klangen so bekifft wie erhofft, obwohl sie vermutlich garnicht bekifft waren, aber sie strahlen nunmal eine bekiffte Aura aus, zumindest auf uns, und da wir das im positiven Sinn meinen, wüsste ich nicht, warum man deswegen beleidigt sein sollte! Jederzeit gerne wieder, soviel sei noch gesagt!
8/10 Punkten
